Deutsche Bahn macht sich bei Bloggern unbeliebt (Update)

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Ich weiß gar nicht genau wo ich anfangen soll. Mich ärgert es immer wenn ein großes Unternehmen etwas verpatzt hat und es dann am liebsten aus der Welt reden möchte. So kommt es mir gerade wieder bei der Deutschen Bahn vor. Am liebsten würden sie wahrscheinlich alle Blogs und sonstige Websites die sich zu der Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn geäußert haben löschen oder abmahnen.

Genauso hat es ein berühmtes und gerngelesenes Blog getroffen, denn die Deutsche Bahn hat Netzpolitik.org abgemahnt. Grund für die Abmahnung ist ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn, welches am Wochenende bei Netzpolitik.org veröffentlicht wurde. Jetzt möchte die Deutsche Bahn, dass dieses Memo vom Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl entfernt wird. Der Bahn reicht es nicht aus, dass nur der Inhalt entfernt wird, sondern fordern auch die Abgabe einer strafbewährten Unterlassungerklärung bis zum 06.02.2009 von ihm.

Vielleicht hat die Deutsche Bahn es noch nicht gemerkt, aber was einmal im Internet ist, das bleibt auch dort. Es wird schwierig sein das Dokument komplett aus dem Netz nehmen zu lassen. Es hat sich garantiert schon auf viele Server verbreitet. Gerade jetzt wo man mit dieser Aktion an Aufmerksamkeit für das Dokument gewinnt, wird es immer schwieriger werden bzw. gar nicht möglich sein.
Ich glaube auch, dass die Deutsche Bahn es unterschätzt hat, in welches PR-Desaster sie jetzt steuern. Markus Beckedahl hat mit seinem Blog einige Leser (aus Politik und Wirtschaft) und auch bei Twitter verfolgen hunderte seine Nachrichten. Somit haben wahrscheinlich auch Hunderte seinen gestrigen Hilferuf gelesen und weitere hundert haben ihn weitergeleitet. Welche Wellen solche Meldungen in der Blogosphäre schlagen können, hat Clemens in seinem Blog in einem Satz klargestellt:

Wer an der Relevanz von sozialen Medien in Deutschland im Wahljahr 2009 gezweifelt hat, der möge sich folgendes Foto (oder Link zur Suchmaschine rivva) ansehen.

Gestern Abend hat Markus Beckedahl geschrieben wie es weitergeht:

Netzpolitik twitter wie es weitergeht

Netzpolitik twittert wie es weitergeht

UPDATE: Die Deutsche Bahn AG gibt auf und verzichtet auf weitere Konsequenzen gegen Markus Beckedahl von Netzpolitik.org. Vorher wurde das Anwaltsschreiben an die Deutsche Bahn geschickt.

Via & das schreiben die anderen: Golem | N24 | Horizont | heise.de | Internet-Law | off-the-record | freshzweinull |

Seit Blog-Gründung 2006 schreibe ich hier mal mehr, mal weniger in dieses Blog zu Themen die mich interessieren. Bin auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und Google+.

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1 Kommentar

  1. Ich glaube Unternehmen sind sich desse nie bewusst, was eine Abmahnung gegen einen Blogger bewirkt, das zeigte auch die Aktion von Vox gegen das Handwerkerblog.

    Ich finde es sollten zum guten Ton gehören, erstmal ein freundliches Schreiben mit der Bitte um Löschung des Inhalts zu schicken und nicht gleich mit kostenpflichtigen Abmahnungen um sich zu ballern.

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