Mein Internetanschluss ist auch Euer Internetanschluss: FON Router fürs WLAN macht’s möglich

FON-logoDie Meldung verbreitete sich gestern schon durchs Internet und heute habe ich einen bestellt. Das 2005 gegründete spanische Start-Up Unternehmen FON, welches schon im vergangenen Februar Finanzspritzen von Google und Skype erhalten hat, verkauft 1.000.000 subventionierte WLAN-Router (FON:Router) zum Preis von 5,80 € zuzüglich Versand! Für Deutschland kostet das inklusive Versandkosten und MwSt 26,68 €. Für diesen Preis erhält man entweder einen Linksys WRT54GL oder Buffalo WHRG54S. Beide Geräte haben die gleichen Eigenschaften: Router WiFi 802.11b/g bis zu 54 Mbps, integrieter 4 Port Switch und FON-Firmware in mehr als 10 Sprachen. Ab September 2006 will FON einen eigenen Router „FONera“ in Millionenstückzahlen weltweit auf den Markt bringen und ab Oktober 2006 soll dann ein weiteres Modell „FON:Downloader“ mit USB-Abschluss folgen. Wenn denn nach erfolgreicher Bestellung (Versanddauer: 10-14 Tage) das Gerät endlich angekommen ist, dann braucht man es nur an seinen Breitbandanschluss anschließen, um seinen eigenen FON-WLAN-Hotspot zu betreiben. FON bietet hierfür auch gleich 3 „Abrechnungsmodelle“ an:

Variante „Linus“ (nach Linus Torvalds benannt): Wer seinen eigenen FON-WLAN-Hotspot kostenlos zu Verfügung stellt, der darf im Gegenzug auch die anderen FON-WLAN-Hotspots kostenfrei nutzen.

Variante „Bill“ (nach Bill Gates benannt): Man macht seinen FON-WLAN-Hotspot öffentlich zugänglich und erhält 50 % der generierten Einnahmen (FON Tagestickets) über seinen eigenen Hotspot. Allerdings muss ein „Bill“ auch für die Nutzung fremder Hotspots einen reduzierten Preis zahlen

Varinate „Alien“: „Aliens“ kaufen ein Tagesticket zu den regulären Preisen (einen Tag für 3,00 € oder fünf Tage für 10,00 €) und erhalten somit Zugang zu jedem FON-WLAN-Hotspot. Die Bezahlung wird über PayPal abgewickelt. In FON-Sprache ausgedrückt: Die „Bills“ erhalten Geld von den „Aliens“, die ihr Netz nicht via FON teilen, sondern ein Tagesticket über den Hotspot eines „Bills“ kaufen.

Für welche Variante man sich auch entscheidet, mittlerweile gibt es schon einige Hotspots z.B. in Berlin. Vielleicht auch schon in Eurer Gegend. Schaut einfach mal auf die FON-Map. Ziel der Aktion ist es, bis Ende 2006 sich gegen die jetzigen Hotspot-Anbieter zu behaupten und eines der größten Hotspot-Netze der Welt aufzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen sollen in naher Zukunft Kooperationen mit Providern geschlossen werden, die die Reichweite erhöhen. Finanziell wurde FON mit 18.000.000 Euro von Google, Skype, Sequoia Capital und Index Ventures ausgestattet. Ob es reicht das Ziel zu erreichen bleibt offen. Aber die Anmeldung für die FON-Community betragen heute schon mehr als 61.900 und bis 2010 sollen es 1.000.000 „Foneros“ (registrierte Anwender) sein. Vielleicht wird auch der FON-WLAN-Hotspot zum Google-WLAN-Hotspot. Dann aber sicherlich mit typischem Google AGB. Skype will künftig die FON-WLAN-Hotspots schon für seinen Dienst nutzen. So sollen sich alle Skype-Nutzer ohne weitere Authentifizierung über die Hotspots einloggen und telefonieren können.
So schön wie es sich anhört ist es aber vielleicht nicht. Ungeklärt bleiben die rechtlichen Aspekte. Nicht bei allen Interanbietern ist es erlaubt, seinen Interanschluss fremden Personen zu Verfügung zu stellen. AOL, T-Online und freenet sind laut meinen Informationen hierzulande die einzigen denen es egal ist. Fraglich sind auch der Datenschutz und Schuldfrage bei Missbrauch eines Internetzuganges. Die Einwahldaten sollen aber genauso wie die IP festgehalten werden, um Missbrauch vorzubeugen. FON will sich strikt an die Vorschriften des Datenschutzes halten und mit den Behörden zusammenarbeiten, um den Schutz der persönlichen Daten zu gewährleisten. Durch FON kann man rechtlich schnell zu einem kleinen ISP werden, dem dann noch weitere rechtliche Vorschriften drohen. Die Idee, die FON mit seiner Aktion aufschnappt, existiert schon eine ganze Weile in der WLAN-Szene. Doch hier heißt es: freifunk.net

Aktuelle Informationen zu FON gibt es im FON-blog und wer sich etwas genauer mit der dort eingesetzten FON-Firmware des WLAN-Routers befassen möchte: Hacking the FON Router

Via: heise.de | golem.de

UPDATE 05.07.2006:
Die Versandkosten wurden auf 10 € geändert. Somit kostet der Router jetzt insgesamt nur noch 17,40 €.

Seit Blog-Gründung 2006 schreibe ich hier mal mehr, mal weniger in dieses Blog zu Themen die mich interessieren. Bin auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und Google+.

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